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Rupfen

Die Gründe für das Rupfen sind vielfältig. In aller Regel sind es aber Einsamkeit, eine nicht artgerechte Haltung und unzureichende Beschäftigung die einen Vogel zum rupfen seiner eigenen Federn veranlasst. Dagi, eine befreundete Halterin, hat einen solchen Vogel bei sich aufgenommen und kümmert sich seitdem liebevoll um diesen Vogel und freut sich über jede Feder die der Kleine bekommt und behält.

Leon ist ein 13 Jahre alter Rosakakaduhahn mit einer leidvollen Vergangenheit und stammt aus einer Hobbyzucht. Beschrieben wurde der Vogel als „etwas gerupft“ und als Abgabegrund ein längeren Auslandsaufenthalt genannt. Dagi die eigentlich nur den Kurierdienst für dieses Tier übernahm und den Hahn zu einer wunderschönen gleichaltrigen Dame bringen sollte, erhielt bei der Abholung dann die Informationen, dass der Vogel so seine Macken habe und ihm bereits mehrere Frauen weggestorben seien. Das Tier saß vollkommen isoliert in einer Voliere in der er zwar andere Rosakakadus hörte aber nicht sah.

Die Verpaarung mit seiner neuen Herzdame war dann so gut gelungen, dass die Henne sich sehr viel mit Leon beschäftigt und weniger mit ihren Haltern, von denen sie sich etwas zurückzog und nicht mehr ganz so zahm und zutraulich war.

Es kam was kommen mußte, nach der vereinbarten Probezeit kam Leon zurück zu Dagi. Das Tier hat immer weiter abgebaut, hatte Angstanfälle, rupfte ständig seinen Bauch, fauchte alles an und bekam vor allem und jedem Panik und schien inzwischen auch Lichtempfindlich zu sein.

Dagi tat er leid und sie konnte sich nicht vorstellen, dass er eine weitere Vermittlung verkraften würde. Da passte es ganz gut, dass sie aus einer anderen geplatzten Vermittlung den jüngeren Rosahahn Tommy Pooh bekam.
Sie stellte zwei Käfige nebeneinander und stellt schon nach wenigen Tagen fest, dass die Zwei zwar Abstand hielten aber der eine nicht mehr ohne den anderen sein konnte.

Da die beiden Käfige nur eine Übergangslösung waren, beschloss sie die beide ins Vogelzimmer zu den Nymphen zu setzen. Leon und Tommy integrierten sich vollkommen in den Schwarm und bekamen eine eigene Voliere.

Leon und Tommy wuchsen immer weiter zusammen aber Leons Angstzustände wurden nicht kleiner. Trotz 24 Stunden geöffneter Tür kam Leon das erste halbe Jahr nicht aus der Voliere heraus. Bei jeder Fütterung brach Panik aus und Leon flog wild umher.

Die ersten Fortschritte stellten sich erst über den Umweg Thommy Pooh ein. Tommy war wesentlich zutraulicher und ließ sich schon bald kraulen und wollte öfter spielten. Leon erkannte das Dagi eine Freundin ist und nichts Böses will. Leon stellte immer mehr das Rupfen ein, die aufgebissene Haut heilte ab. Er baut ganz langsam ein Vertrauensverhältnis auf. Inzwischen möchte er gerne begrüßt werden wenn Dagi das Zimmer betritt. Tut sie dies nicht, wird sie lautstark dazu aufgefordert. Ein riesiger Fortschritt für dieses leidgeprüfte Tier.

Nach einem knappen ¾ Jahr war Dagi als Futtergeber akzeptiert und das Zittern hörte nach 1,5 Jahren langsam auf. Es war eine Entwicklung in vielen mühseligen Schritten.

Heute weiß Dagi aufgrund einer weiteren tierärztlichen Untersuchung, dass Leon auch einen schweren Leberschaden hat, weshalb auch die Federn nicht in der Zeit nachwachsen, wie es eigentlich normal ist. Leon wird nun mit Naturmedizin behandelt und erste Erfolge sind bereits zu sehen. Vereinzelt bekommt er wieder Federn am Bauch.

Sicher gibt es immer wieder mal einen Rückschlag, aber die Tendenz geht aufwärts und gibt Leon die Chance in ein paar Jahren wieder ein fast normaler Rosakakadu zu sein. Dagi ist es zu verdanken dass es diesem einen Tier wieder erheblich besser geht. Dazu ist aber tägliche Arbeit von Nöten.

Arbeit die viele Halter weder leisten können noch wollen. Arbeit die aufgrund falscher Haltung notwendig geworden ist. Die physischen Schäden der Tiere sind in der Regel noch erheblich schlimmer. Dieses Leid zu lindern ist nur durch eine optimale und artgerechte Haltung zu lindern. Eine Haltung wie sie jeder Vogel in Gefangenschaft erhalten sollte, damit es nicht zum Rupfen kommt.

Bitte denken sie hieran bevor sie sich einen Vogel anschaffen, den es gibt leider schon viel zu viele Leon's.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite vom 28.10.2009