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Sozialverhalten und Lernen von Frau zu Frau

Als ich eines Tages von der Arbeit nach Hause hörte ich seltsame Geräusche aus dem Zimmer meiner gefiederten Mitbewohner.
Rosi schien sich über etwas aufzuregen und zwar heftig. Sofort schaute ich nach konnte aber nur nichts feststellen. Alles war so wie immer. Kein Spielzeug war heruntergefallen und auch alles andere war an seinen Platz. Luise war im Käfig am fressen und Rosa saß seelenruhig neben Rosi, die nervös schien.
Ich holte mir kurz etwas zu trinken und da schimpfte sie wieder.
Ich schaute vorsichtig um die Ecke und entdeckte Rosi, die total aufgeregt um meine flugunfähige Rosa flog und sich aufregte. Ich setzte mich langsam auf das Sofa und beobachte genauer. Scheinbar forderte Rosi ernsthaft Rosa auf mit ihr zu fliegen.
Ich war sehr froh, dass Rosi sich Rosa nach dem Tod ihres Partners angenommen hat. Diese hatte schwer getrauert und Frustfressen betrieben, was bei ihrer Flugunfähigkeit nicht sonderlich leicht wieder abzubauen ist.
Aber in den letzten Tagen war sie wieder völlig aktiv, kletterte viel und schien ihre alte Figur wieder zu bekommen. Alles Dank der Fürsorge von Rosi, meiner Schwarmchefin.
Jetzt flog Rosi weiterhin um Rosa rum immer hin und her und regte sich auf. Das ganze ging so lange bis Rosa die Flügel spreizte und dann nach zwei Minuten Bedenkzeit von dem Volierendach Richtung Boden segelte. Rosi flog sofort runter und schaute nach Rosa. Sie hörte auch auf zu schimpfen. Dann kletterten beide wieder auf das Dach und das ganze fing von vorne an. Rosi wollte mit dem Geschimpfe Rosa zum Fliegen motivieren und nach einer Woche schaffte Rosa 2m zu überwinden (Sinkflug bzw. Gleitflug).
Wenn ich heute nach Hause komme und Rosi sich wieder aufregt, weiß ich dass Rosa wieder Flugunterricht bekommt.
Dennoch prüfe ich immer schnell ob es wirklich der Grund ist. Die beiden Mädels kraulen sich sogar trotz neuen Männern, die sie ebenfalls toll finden. Sie sind wirklich unzertrennlich und laut DNA 100% zwei Hennen.
Das soziale Schwarmverhalten ist wirklich faszinierend zu beobachten und ich möchte es nicht missen. So ein kleiner Schwarm hat schon was wenn ausreichend Raum vorhanden ist.

Text: Dagamara


Anmerkung des Webmasters: Den letzten Satz kann ich nur unterstreichen. Wenngleich ich einen Wecker oder eine Fernbedienung nicht als gefährlich ansehe so ist es doch riskant Kabel jeglicher Art für die Tiere zugänglich zu lassen.




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Letzte Aktualisierung dieser Seite vom 18.01.2009